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Der gegenwärtige Dom steht über einer von Kaiser Konstantin errichteten Doppelbasilika, einer ehemaligen konstantinischen Palastanlage.
Nach Konstantins letztem Aufenthalt in Trier 328/29 wurde der Palast niedergelegt und 330 durch die größte christliche Kirche der Antike überbaut. Diese war etwa viermal so groß wie der heutige Dom und bedeckte die Fläche von Dom, Liebfrauen, Domfreihof und anstehenden Häusern mit Gärten und reichte damit fast bis zum Hauptmarkt.
Der heutige Dom enthält noch einen römischen Kern mit Originalmauern bis zu einer Höhe von 25,88 m. Das riesige Fragment einer Granitsäule neben dem Eingang zum Dom deutet ebenfalls auf den römischen Ursprung des Gotteshauses. Nach Zerstörungen
im 5. und im 9. Jahrhundert wurde der intaktgebliebene Kern durch romanische Anbauten wieder erweitert - heute zeigt der Dom mit seinen drei Krypten, seinem Kreuzgang, der Domschatzkammer und der Heiltumskammer Architektur und Kunst aus einer Zeitspanne von über 1650 Jahren.
Der südliche Teil der römischen Doppelkirche wurde um 1200 abgerissen und vollständig ersetzt durch die frühgotische Liebfrauenkirche. Mehrere gotische Pfeilerbündel stehen auf römischen Säulenfundamenten. Die mittelalterliche Kirche folgt aber nicht mehr dem Grundriß der langen dreischiffigen Basilika, sondern zeigt sich als Rundbau, dessen kreuzförmiges Deckengewölbe mit vier entsprechenden Portalen durch acht gerundete Altarnischen in den Kreuzzwickeln erweitert werden.
Die Liebfrauenkirche (1235-1253) ist neben St. Elisabeth in Marburg der früheste gotische Kirchenbau in Deutschland und überdies der bedeutendste Zentralbau jener Zeit. 1944/45 teilzerstört, wurde sie von 1946-50 durch eine eigens dafür eingerichtete Bauhütte unter Architekt M. Hemgesberg wiederhergestellt.
Der Eingang zur Kirche ist heute das Nordportal, das sogenannte »Paradies«. Die Portalwände zeigen symbolhafte Pflanzen. Im Inneren der Kirche beeindruckt zunächst die Schlankheit der Säulen. Das ursprüngliche Inventar ist fast vollständig zerstört worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde als Ausstattungsstück eine Altarinsel von Rudolf Schwarz eingerichtet. |
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