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   Schüler lernen vom Weltrekordler

     
 

Thomas Dold, Weltrekordler im Rückwärtslaufen, hat am vergangenen Freitag die Trierer Heiligkreuz-Grundschule besucht. Ein Patentrezept, wie man Weltrekordler werden kann, gab er nicht - aber viele Tipps, wie man Erfolg haben kann.

Von unserem Mitarbeiter Holger Teusch

Trier. Einmal schneller sein als ein Weltrekordler! Na klar, das wollen alle - auch in der Outdoor- und Fitness-AG der Grundschule Trier-Heiligkreuz. Doch beim Aufwärmen an den Stufen des Amphitheater auf dem Schulhof ergibt sich diese Gelegenheit erst einmal nicht. Die Dritt- und Viertklässler wollen natürlich sofort losstürmen, doch Thomas Dold pfeift sie zurück: "Halt! Stop! Langsam!", ruft der 25-Jährige, und alle Kinder bleiben verlegen stehen.

Dold erklärt ihnen die "Kraft der Langsamkeit", wie er es nennt. Beim Aufwärmen müsse man den Körper langsam an die Belastung gewöhnen, erklärt der junge Mann, der im September im Moselstadion seinen zweiten Weltrekord in Trier aufstellte und beim Silvesterlauf in diesem Jahr die dritte Bestzeit in der Moselstadt plant.

Thomas Dold ist einer der wenigen deutschen Lauf-Profis. Wenn es darum geht, über Treppen oder mit dem Rücken zuerst (im Rückwärtslauf) am schnellsten das Ziel zu erreichen, ist der Wirtschaftswissenschaftler nahezu unschlagbar. Er hat Weltrekorde aufgestellt und viermal in Folge den berühmtesten Treppenlauf der Welt auf das New Yorker Empire State Building (320 Meter Höhendifferenz, 1576 Stufen) gewonnen.

So wie Dold der Fitness-AG erklärt, dass man sich beim Sport langsam an die Belastung gewöhnen muss, bringt er der gesamten Grundschule Heiligkreuz bei, dass man sich Erfolg geduldig erarbeiten muss. Sich seine Kräfte einzuteilen sei wichtig, sagt der Mann aus Steinach bei Stuttgart: "Wenn man vor einem hohen Turm steht und rennt total schnell los, kommt man nicht oben an, sondern macht vorher schlapp."

Das gilt für den Treppenlauf ebenso wie für die Schule und das Lernen. "Ich mache immer nur ein bisschen und nicht so viel, dass ich am nächsten Tag gar nichts mehr machen kann", erklärt Dold den aufmerksamen kleinen Zuhörern. Für ein Rennen muss man trainieren, für eine Klassenarbeit üben. Und wenn man mit beidem erst kurz vor dem Termin anfängt, bringt es keinen Erfolg.

Dass Thomas Dold erfolgreich ist, beweisen seine viele Trophäen. "Wie viele Pokale hast du?", fragt ein Mädchen. Das wisse er gar nicht genau. "Aber einer ist soooo groß", sagt Dold und hält die linke Hand einen halben Meter über den Boden. "Ohhhhh" geht ein Raunen durch den Raum. Wer einen so großen Pokal besitzt, dem ist die Bewunderung der Kinder gewiss.

Quelle: Trierischer Volksfreund, 09.11.2009

     
 

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